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Pässe, Pässe, Pässe: Motorradtouren in den Alpen
Die Alpen. Traumgebiet für Alpinisten, Skifahrer, Bergsteiger, Wanderer und – Motorradfahrer. Von den französischen Seealpen bis nach Slowenien verlaufen die Alpen in sanftem Bogen durch Italien, Deutschland, Liechtenstein die Schweiz und Österreich. Schon Hannibal hat 218 v. Chr. eine Alpentour gemacht und zwar mit 50.000 Soldaten. Allerdings ohne Motorrad, dafür aber mit Elefanten. Welchen Pass er genommen hat, weiß man nicht genau. Hätte er jokko.de schon gekannt, könnten wir jetzt stolz auf seine Tour verweisen, die er natürlich bei uns geplant hätte!

Der Albulapass. Hoch und schön!
Wem wir Biker für die Pässe danken müssen

Für geologisch Interessierte hier das wichtigste in Kürze: die Entstehung der Alpen hängt wohl mit der schrittweisen Öffnung des Atlantiks zusammen. Dadurch wurde der afrikanische Kontinent aus Pangäa herausgebrochen und in einer Drehbewegung gegen Europa gedrückt. Prima. Also irgendwie auch ein Dankeschön an den Atlantik und an Afrika. Denen verdanken wir die wahnsinnigen Ausblicke, die gute Luft und vor allem unsere vielgeliebten Pässe ohne die Motorradfahren nur halb so schön wäre.

Damit Ihr einen Überblick erhaltet, haben wir das Ganze hier mal ein bisschen gegliedert. Wer nähere Infos will oder einen Pass sucht, der hier nicht auftaucht, kann sich bei unserer Pässesuche schlau machen. Dort haben wir über 1500 Pässe bearbeitet, Alpenpässe, Pyrenäenpässe, Pässe in den Vogesen, im Schwarzwald und wo es sonst noch Pässe gibt.

Der Colle della Fauniera oder auch Col Cuneo im italienischen Piemont.
(Das Bild hat idefix für Wikipedia geschossen).
Kleine Pässekunde

  • Col  -  französich  -  Übergangspaß
  • Passo/Colle  -  italienisch  -  Übergangspaß
  • Joch  -  deutsch  -  hochgelegener Paß (z.B. Stilfser Joch)
  • Giogo  -  italienisch  -  hochgelegener Paß
  • Sattel  -  deutsch  -  niedriger Paß
  • Sella  -  italienisch  -  niedriger Paß
  • Gola  -  italienisch  -  kurzer Engpaß
  • Défilé  -  französisch  -  kurzer Engpaß
  • Gorges  -  französisch  -  längere Schlucht


So unterschiedlich Pässe, Cols, Sattel, Joch und Giogos sind, nicht immer ist der höchste Pass auch der Schönste. Häufig sind es die etwas kleineren, die für eine Menge Fahrspaß sorgen. Natürlich ist das Bezwingen eines 2500 m hohen Berges auch die Strapazen wert, sich die engen Serpentinen hinauf zu arbeiten, dunkle Gallerien zu durchfahren und oberhalb der Baumgrenze eine Steinwüste vorzufinden.
Der flachere Pass befindet sich in der Regel unterhalb der Baumgrenze und bietet im Sommer angenehme Temperaturen durch den Schutz der Bäume.


Auch ein "Klassiker": Das Panorama am Albula Pass in Graubünden zwischen Samedan und Filisur
Klassiker

Der Motorradfahrer wird sich erfahrungsgemäß am Anfang seiner Pass-Karriere zunächst einmal den "Klassikern" zuwenden. Dazu zählen zum Beispiel in der Schweiz  "Susten - Grimsel - Nufenen - Furka", in den Dolomiten die "Sella-Ronda mit dem Pordoi-Joch, Falzarego, Campolongo, ....."

Zum Einfahren eignen sich besonders die leichteren Pässe im Elsaß, bei manchen bemerkt man erst am Schild auf der Passhöhe, dass man gerade einen überfahren hat, allerdings gibt es auch hier mit dem Ballon Alsace, dem Le Grand Ballon oder Col de la Schlucht, Col du Bonhomme einige anspruchsvolle Berge.

Die Alpen sind immer für eine Überraschung gut! Manchmal wird man vom dichten Schneetreiben auch im Hochsommer überrascht. Klausenpass im August!
Viele Alpenpässe werden im Winter aus Sicherheitsgründen oder schlicht wegen Unpassierbarkeit gesperrt. Hier liegt es nicht am guten Willen der zuständigen Verwaltungorgane, sondern daran, dass immer damit zu rechnen ist, dass Fels- und Geröllbrocken im Weg liegen.
Nur in den Skigebieten wird auch regelmäßig der Schnee geräumt und die Strasse freigehalten. Bei den Pässen, die abseits von Skigebieten liegen, oder schlicht durch ihre Höhe die Freihaltung unmöglich ist, gibt es feste Wintersperren.
Häufig werden Pässe von November bis April durchgängig gesperrt, die Schranken werden geschlossen und man ist gut beraten, die Hinweisschilder ernst zu nehmen.

Wer sich vor Fahrtantritt über die Befahrbarkeit der Alpenpässe informieren möchte, der schaut hier:

Alpentourer mit einer aktuelle Liste über die Befahrbarkeit der Alpenpässe !
Viele Alpenpässe sind mittlerweile für den Verkehr gut ausgebaut. Je nach Zeitpunkt und Heftigkeit des Wintereinbruches müssen dennoch aus Sicherheitsgründen eine Vielzahl von Pässen jedes Jahr gesperrt werden. Das betrifft vor allem die Pässe, die nicht inmitten eines Skigebietes liegen oder so hoch und kurvenreich sind, sodaß es umöglich ist sie dauerhaft freizuhalten.

Nicht nur die Dauer der Winterperiode, sondern auch starker Schneefall und Kälte sorgen dafür, dass im Frühjahr zunächst einmal die im Winter entstandenen Schäden begutachtet und behoben werden müssen. Daher kommt es nicht selten vor, dass Pässe trotz schönen Wetters bis in den Sommer gesperrt bleiben können, da die Arbeiten unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden müssen.
Gute Beispiele dafür sind der Klausenpass und das Stilfser Joch, die in manchen Jahren bis in den Juni gesperrt bleiben können.

Weitere Informationen zu den Alpenpässen gibt es hier:
- Alpen-Journal (Übersicht über alle Alpenländer)
- ÖAMTC (Navigation: Motorradtouren--> Wintersperren wichtiger Alpenübergänge)
- Verkehrsinfo Südtirol (Verkehrsbericht mit Auswahloptionen)

Der Passo di Gavia in der Lombardei. Mit 43 km Länge auch keiner der ganz Kurzen.
Die 3 höchsten Pässe

1. Mont Chaberton / F/I 3236 m

Der Berg! Höchster anfahrbarer Punkt in den Alpen. Tolle Aussicht auf eine Reihe Viertausender. Zu erreichen über den Colle del Chaberton (2671 m). Einstieg: Italien. Morbide, dem Verfall preisgegebene Piste. 1850 Höhenmeter, 70 Kehren, teils 20% Steigung. Die Challenge für lebensverachtende Enduristen. Legal, illegal? Mal so, mal so. Situation vor Ort erfragen.

2. Colle Sommeiller / I 3050 m
Gletschergekrönte Nummer eins, wenn der Chaberton gesperrt ist. 47 legal befahrbare Schotterkehren, auf 30 Kilometer und knapp 1740 Höhenmeter verteilt. Ausgangsort: Bardonecchia. Erlebniswert: 1a. Schwierigkeitsgrad für geübte Offroadler und italienische Cinquecento-Fahrer kein Thema. Es ist damit zu rechnen, dass die Strasse zeitweise wegen Bauarbeiten gesperrt ist.

3. Stilfser Joch / I 2758 m
Italiens höchster Alpenübergang! Darf in keiner Pässesammlung fehlen. 50 Kilometer, 87 Kehren, Steigungen bis zu 15%. Geöffnet: Juni bis Oktober. Fahrbahn streckenweise ramponiert. Auffahrt über die Westrampe lässig, von Osten her 48-mal volle Konzentration. Man hat schon Ducatis zurücksetzen sehen. Der Schotterweg zum Ortlerhaus (Achtung: 30 % Steigungsmaxima!) zweigt auf der Passhöhe ab.



Längste Überquerungsstrecke

Sicher ist es philosophisch nach der längsten Passüberquerung zu suchen, es kommt natürlich immer darauf an von wo nach wohin gemessen wird. Da streiten sich die Gemüter: Zweifellos gehören aber folgende Passübergänge zu den Längsten in den Alpen ( die km-Angaben sind ca.)

Col de Mantet (72 km)
Passo della Forcella (67 km)
Col de Christol (62 km)


Blick vom höchsten Punkt des Cime de la Bonette auf die ca. 60 Höhenmeter tiefer gelegene Strasse des Rundkurses.
Die Vielfalt der Alpenpässe ist unbeschreiblich. Zu einem absoluten Highlight einer Alpentour durch die französischen Alpen gehört zweifellos der Besuch des Col de la Bonette, bzw. des Cime de la Bonette. Der Rundkurs um den Berggipfel endet ca. 60 Höhenmeter unter dem höchsten erreichbaren Punkt, die Besteigung zu Fuß ist zwar anstrengend, es lohnt sich aber in jedem Fall.
Bei schönem Wetter hat man einen grandiosen Rundblick, auf der Aussichtsplattform ist eine Tafel, die die Berge rings herum beschreibt.
Um euch die Vielfalt der französichen Alpenpässen zu zeigen, haben wir alle bei Jokko.de gespeicherten Pässe in der Region Rhône-Alpes in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
   
Sicherlich gibt es zu den Pässen Ergänzungen aus euren persönlichen Erfahrungen und Bilder. Wir freuen uns über jeden Kommentar, Gipfelschilder der Pässe, die wir als kleine Icons in die Liste einbauen und schöne Bilder. Nicht jeder hat das Glück bei einer Passüberquerung gutes Wetter zu haben, sodaß eure Bilder für die nächste Pässerunde neuen Appetit machen.

Die Pässe in unserer Datenbank, sowie passende Touren dazu findet ihr hier.
Wenn ihr uns eure Alpentouren schickt, können diese schon bald online zu sehen sein.

Das Tal der Tinée in Frankreich
Hast Du auch Tipps, Erfahrungen und Fragen zu den Alpen?

In unserem Forum kannst Du mit anderen Motorradfahrern über die Alpen diskutieren... hier geht’s lang...
... und hier findet ihr eine kleine "Gebrauchsanweisung" zum Umgang mit den Pässen, dem Tourenplaner und und und...

Infos zu den Alpen erhälst du auch hier: Alpentops

Hier gehts zum grossen Bild
Karte zur Befahrbarkeit der Strecken und Pisten rund um Bardonecchia (Piemonte)
Viele alte Militärstrassen aus dem 1. Weltkrieg existieren auch heute noch. Sofern kein öffentliches Interesse an der Erhaltung besteht, werden keine Instandhaltungsmassnahmen durchgeführt. Die Pisten sind dem Verfall ausgesetzt.  Herabstürzende Steine und Felsbrocken liegen im Weg, die teilweise extrem schmalen Naturstrassen waschen aus.
Im Verlauf der letzten Jahre wurden etliche Schotter-Strecken für motorisierte Fahrzeuge gesperrt und die Nichteinhaltung mit teils harten Strafen belegt. So verschwinden nach und nach auch die Strecken, die für Endurofahrer von Interesse sind. Mit schweren Maschinen wären sie ohnehin nicht mehr befahrbar.

Legende:
BLAU: Öffentliche Teerstrassen
GRÜN: Schlechte Strassen, aber offen für motorisierte Fahrzeuge
ROT: Gesperrte Strassen für motorisierte Fahrzeuge, nur mit Ausnahmegenehmigung befahrbar !
ORANGE: Für motorisierte Fahrzeuge von Freitag bis Sonntag gesperrte Strassen (von 9.00 bis 17.00Uhr)
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