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Motorradreisen: Italien - Sardinien:

Rundkurs von Oristano über Iglesias
Kleine, aber feine Pässe, kurvenflitzen zwischen den Felsklippen, ein Abstecher zu einem waschechten römischen Tempel - dieser Rundkurs von Oristano über Iglesias bietet wirklich jede Menge Abwechslung.

Länge: ca. 170 km

Ein wunderbarer Blick über die Bucht bei Capo Pecora

 

Von Oristano gibt es zwei Möglichkeiten, diese Tour zu beginnen: über die autobahnähnliche Schnellstraße SS 131 (spart Zeit für längere Badepausen oder Sehenswürdigkeiten gucken) oder über die zunächst ebenfalls gut ausgebaute SS 126 bis Guspini.

Nach der Durchfahrt durch den kleinen Ort beginnt das Motorrad-Abenteuer: Die vielen Kurven einer kleinen Passstraße reißen die letzte Müdigkeit aus dem Körper, Glückshormone und ein Lächeln auf dem Gesicht machen sich breit.

In wenigen Minuten ist Arbus erreicht. Wie Filmszenen fliegt das Leben hier an uns vorüber: Männer auf einer Bank vor der Kirche, buntes Obst vor einem Geschäft, der Duft von Kaffee, schwarz gekleidete Witwen auf dem Weg zum Einkaufen, dazwischen das Knattern der Vespa-Dreiräder (Apes).


Der Antastempel. Teile davon wurden restauriert

Auch hinter Arbus hört der Kurvenspaß nicht auf, es geht immer wieder rauf und runter, durch einsame Pinienwälder, Ansiedlungen gibt es kaum. Was ist das? Am Straßenrand steht doch tatsächlich ein waschechtes Passschild: Passo Bidderdi heißt er und ist ganze 492 Meter hoch. Es ist wirklich ein Pass - hinter der Kuppe geht es wieder runter,  zum Teil sogar ziemlich steil.

Ca. drei Kilometer vor Fluminimaggiore müssen Sie sich entscheiden: geradeaus oder nach rechts Richtung Buggerru an die Küste? Kulturfans sollten am Vormittag geradeaus fahren, die Besichtigung des Antastempels bis zur Mittagshitze erledigen (eventuell in Fluminimaggiore ein Picknick kaufen, es gibt schöne schattige Plätze unweit des Tempels). Alle anderen: rechts-rum!

Kurz bevor die Straße die Küste erreicht, lohnt ein Abstecher ans Capo Pecora: Die Straße führt zunächst steil hinauf, bietet einen traumhaften Ausblick auf die Küste. Dann geht es wieder runter zu schönen Stränden an der felsigen Küste. Die Straße ist eine Sackgasse, nach etwa vier Kilometern ist sie zu Ende.

Weiter auf der Küstenstraße. Was jetzt folgt, ist Achterbahnfahren mit Aussicht: Wir kurven auf teilweise abenteuerlicher Trassenführung rauf auf ca. 400 Meter, dann wieder runter, vorbei an Klippen durch Felsdurchbrüche und Schluchten dann wieder auf kleine Ebenen hoch. Und immer wieder diese Blicke aufs Meer! Leider ist auch die schönste Straße mal zu Ende -immerhin hat der Spaß hier fast 40 Kilometer angehalten.


Eine riesige Pinie steht auf der Passhöhe des
Passo Bidderdi an der SS 126

Kurz vor Iglesias die nächste Entscheidung: noch einen Abstecher zur Grotta di San Giovanni, einer Grotte, durch die eine Straße führt? Oder lieber zurück? Wer zurück will, sollte die Umgehungsstraße (vor Iglesias links) nehmen, das erspart die Gurkerei durch die Stadt.

Wer zur Grotte will: geradeaus Richtung SS 130 nach Cagliari. Abfahrt Domus-novas runter und dann der Beschilderung zur Grotte folgen. Man kann sich auch durch die Grotte weiter übers Gebirge zur SS 126 nach Oristano zurückarbeiten, doch das empfiehlt sich nur für Abenteurer mit gutem Kartenmaterial.

Zurück Richtung Oristano. Gleich hinter Iglesias geht es ziemlich kurvig hinauf ins Hügelland. Lust auf eine Siesta im Schatten? Nach San Benedetto abbiegen, am Ortsanfang nach rechts, einige Kilometer über eine kleine Teerstraße rauf ins Hügelland. Plötzlich ist man an einem (an Werktagen) einsamen Naherholungsgebiet mit Tischen und Bänken im Schatten und Grillstellen. Im weiteren Verlauf nach Norden ist die SS 126 die pure Abwechslung: Die vielen Kurven und die herrliche Landschaft lassen keinen Augenblick Langeweile aufkommen.

Kurz hinter einer Passhöhe (549 m) geht es nach rechts zum Antastempel. Nach wenigen Kilometern schließt sich der Kreis und es geht zurück nach Oristano.


Karte und Texte mit freundlicher Genehmigung des Alfred Müller Verlags, Reichling.


Und hier noch ein Buchtipp zum Thema:


Sardinien – Die schönsten Motorrad-Touren
Buch&Karte, Alfred Müller, 86934 Reichling, 160 Seiten, über 120 Bilder und Karten; Straßenkarte Maßstab 1:200000,
ISBN 3-00-015024-2, 14.90 €, im Buchhandel oder auf www.bike-book.com.



Weitere Tipps für Motorrad-Literatur:

Dolomiten – Die schönsten Motorrad-Touren
Buch bzw. Buch&Karte, Alfred Müller, 86934 Reichling, 120 Seiten, über 80 Bilder und Karten; Straßenkarte Maßstab 1:200000, laminiert
ISBN 3-00-008760-5 bzw. 3-00-015245-8, 7,50 bzw. 12.50 €,
im Buchhandel oder auf www.bike-book.com.

Nie mehr hinten drauf, erschienen bei Alfred Müller, 86934 Reichling, 96 Seiten, über 50 Bilder
ISBN 3-00-010333-3, 7,70 €, im Buchhandel oder auf www.bike-book.com.

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